Kunstakademie



In der Akademie... Ein kurzer Besuch des Cybo Malaspina Palastes, Sitz der Kunstakademie. Der Sitz der Akademie

Der Kunstakademie befindet sich in einem geschichtlich bedeutenden Gebäude, das dem Besucher die Gelegenheit bietet, die Wechselfälle der Stadt und ihrer regierende Familien in der Zeitspanne zwischen dem zwölften und dem vierzehnten Jahrhundert nachzuvollziehen. Eine Restaurierungsoperation 1924 angefangen und zehn Jahre später abgeschloßen, die den Schwulst des neunzehnten Jahrhundert beseitigte, ermöglichte es, die zwei Hauptkerne des Gebäudes zu identifizieren. Der erste und älteste Kern liegt auf der Ostseite. Er hat seinen Ursprung in der alten Burg, die aus dem Jahr 1187 stammt und mehrmals vergrössert wurde: gegen Ende des vierzenten Jahrhundert spielte er die Hauptrolle im Verteidigungssystem des Tals (andere wichtige Befestigungsanlagen waren das Moneta Schloss und die Avenza Burg) und war Wohnsitz von Guglielmo Malaspina (von dem "blühenden Dornenstrauch"), Prinz von Fosdinovo. Die Zeichen des alten Ursprung sind am besten von außen sichtbar und zwar in der strengen und quadratischen Struktur, in dem mit Zinnen versehenen Turm, in der Mauer aus Marmorwerksteinen, in dem seitlichen Portal aus dem vierzehnten Jahrhundert: dieses Portal entspricht vom Stil einem zweiten Portal, das sich auf der "via Roma" befindet und trägt das eingravierte Wappen der Malaspina, den blühenden Dornenstrauch. Im Inneren des Turmes liegt der suggestive Hof, heute noch ein Symbol der Änderungen durch die, die Burg zum prinzlichen Wohnsitz ausgebaut wurde. Der Hof befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes und ist von einer Bogengangstruktur (die sich auch im oberen Geschoss wiederholt) charakterisiert. Neben dem Höfchen des anatomischen Theaters, wo das Quaderstein Tor aus dem sechzehnten Jahrhundert hervortritt, ist er der erinnerungenreichste Ort der Kunstakademie. Der Zugang verläuft über die heutige Haupttür des Gebäudes in der via Roma: nach der Tür tritt man von der rechten Seite ein. Der Besucher sieht zuerst einen Raum, der als Hörsaal vorgesehen war,dann das erste Höfchen wo viele Basrelieffiguren erkennbar sind. Diese Figuren sind ein Zeugnis von der Arbeit und der Vitalität der Akademieschüler im neunzehnten Jahrhundert, und zwar der Schüler, die die Jugendheimprämien in Rom gewannen. Der Besucher bekommt damit einen wunderschönen ersten Eindruck, gefolgt von der Ansicht des Hofes aus dem fünfzehnten Jahrhundert mit Schmuck, Wappen und Marmorwerken versehen. Diese Marmorwerke stellen den wichtigsten Kunstschatz der Akademie dar: die archäologische Kollektion und die Fantiscritti. Fast alle in dieser Kollektion gesammelten Kunstwerke kommen aus den archäologischen Grabungen von Luni oder aus den alten Brüchen. Eines von diesen Werken verdient besonders erwähnt zu werden: es handelt sich um die römische Nische von Fantiscritti, die im Juni 1863 auf dem Gipfel des gleichnamigen Bruches gefunden wurde. Sie hat diesen Namen wegen der drei Figuren, die darauf abgebildet sind erhalten. In der Tat sind Herkules, Zeus und Dionysos als "fanti" (im Dialekt: Burschen) dargestellt. Die auf der Nische eingravierten Unterschriften von Michelangelo, Giambologna und Canova sind Zeugnis einer alten Sitte, die die Durchreise von berühmten Persönlichkeiten belegt. Andere wertvolle Werke der Sammlung sind die Verkündigung von Lapo di Giroldo (aus dem vierzehnten Jh.), eine Marmorstatuette die in den Luni-Grabungen gefunden wurde, ein Fragment von einer angekleideten Minerva, eine Büste von Carlo Cybo Malaspina und weitere interessante Werke, die dem Gebäude durch das reiche Marmorbürgertum ab Anfang des XIX Jh. (als der Palast zum Sitz der Akademie wurde) nach und nach geschenkt wurden. Im XVI Jh. wurde an der südlichen Seite ein Komplex zur ursprünglichen Burg hinzugefügt. Die Entscheidung den Komplex zu bauen traf Alberico Cybo Malaspina. Der Bau wurde unter der Regierung seines Enkels Carlo I vollendet. Der Komplex ist von außen dank des strengen und monumentalen Stils (typisch für die Zeit) erkennbar. Er scheint der alten Burg durch ein elegantes Querhaus mit Säulen und zweibogigen Fenstern, die das schon erwähnte Eingangsportal der Akademie in der via Roma überragen, verbunden. Die bemerkenswerte Erweiterung ist auf jeden Fall von der Seite des Platzes der Akademie (oder Piazza Mazzini) besser sichtbar. Man verwendete die selben sachlichen und monumentalen Formen und betonte noch mehr die Ausdehnung, die der Palast des Prinzen damals bereits hatte. In der Tat war der Palast als Hauptbestandteil eines Städteplanungsprojektes erdacht worden. Nach dem ursprünglichen Projekt sollte diese Seite des Gebäudes die Hauptfassade sein und in Richtung des Meeres eine noch größere Ausdehnung haben. Ein Beweis dafür ist die nicht zentrierte Lage des impostanten Portal. Von diesem Platzzugang trat man in den Palast hinein wie der heute als Bibliothek genutzte Warteraum zeigt. Ein riesiger Kunstschatz an Büchern ist hier aufbewahrt: die zwei Ausgaben der Encyclopédie von Diderot und D'Alambert, das Zaccagna Archiv, Bände und Miszellaneen von lokalem Interesse und die Verfassungen von Alberico Malaspina machen diese Bibliothek zu einem der wichtigsten Nachschlagewerke der Gegend. Die Kunstwerke, die zuvor einen Wettbewerb gewonnen und fast immer ein mythologisches Thema hatten, wurden als Wandschmuck zum ewigen Gedächtnis der Schüler verwendet: Viele und berühmte Persönlichkeiten haben hier einen Beitrag geleistet: Pietro Tenerani, Luigi Bienaimé, Carlo Fontana, Arturo Dazzi... Der Wettbewerb wird ab 1953 nicht mehr ausgeschrieben. Im überdachten Hof befinden sich einige Gipsabgüsse von Canova (die Boxer Creugante und Damosseno, die liegende Maddalena), von Tenerani (die ohnmächtige Psyche, Pellegrino Rossi), von Alessandro Biggi (Tito Manlio), und die Büsten von Belvedere und von Sileno mit dem Kind Dionysos. Diese Kollektion stellt einen wertvollen Kunstschatz und ein wichtiges Instrument für die Studenten dar.

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