Der Hafen von Carrara

eine Ansicht des Hafens von Carrara


eine Ansicht von einigen Schiffe im Hafen im roten
Widerschein der untergehenden Sonne

Portus Lunae
Der Marmorabbau dauert seit mehr als 2000 Jahren an. Im ersten Jahrhundert v. C., begann man, den Marmor in den Becken von Colonnata, Miseglia und Torano abzubauen, aber der gröbte Abbau fand während der Regierungszeit von Augustus und Marc Aurel statt.
Von Lunis Hafen gingen die Marmorblöcke, mit denen die wichtigsten Denkmäler, Gebäude, Tempel, Statuen, Grabmäler usw. realisiert wurden, mit Rom als Bestimmungsort ab.
Strabone war der erste antike Schriftsteller, der über die apuanischen Alpen und über den Marmor aus Lunae sprach. Er gibt uns eine ziemlich genaue Beschreibung von den umliegenden Bergen der Stadt Lunae und von der Beförderung des Marmors auf dem Seeweg mit naves lapidariae von dem Hafen in Luni bis in die Tibermündung und bis Rom.
Der antike römische Historiker Tito Livio erzählt, dass die Römer den Hafen vor der Gründung der Stadt benutzten (177 v.C.), um Spanien auf dem Seeweg zu erreichen, obwohl er unter der Herrschaft der apuanischen Ligurier stand, die unterworfen und deportiert wurden.
Mit der Gründung der Kolonie Luna und der Ansiedlung von mehr als 2000 Bewohnern hatte Rom den Hafen zu seiner vollen Verfügung. Das wirtschaftliche Glück von Lunae war mit der Gewinnung, der Bearbeitung und dem Transport des Marmors verbunden, der mit für die schweren Ladungen geeigneten Wagen talwärts transportiert und auf die Schiffe geladen wurde.
In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. C. erlebte Luni wegen einer beträchtlichen Steigerung der Marmorabbaukosten eine Zeit der Not und des Verfalls.
Im 8. Jahrhundert wurde die Stadt wegen der Pest, der Überraschungsangriffe und der Einfälle von Langobarden, Normannen und Sarazenen verlassen und der Hafen verwandelte sich in einen öden Morast.


Der Hafen in Marina di Carrara
Der Hafen in Marina di Carrara, der Erbe des berühmten Portus Lunae ist, liegt zwischen der Magra- und der Carrionemündung, in der groben Biegung, die von "Punta Bianca" bis Livorno geht und die eine weite Ebene der wunderbaren Landschaft der apuanischen Alpen begrenzt.
Die Küste ist durch goldenen, touristisch erschlossenen Sandstrand gekennzeichnet, wo man verschiedene Sportarten treiben kann. Hotels, Campingplätze und Verpflegungsstellen in einem stillen Gebiet fördern den Tourismus, der sich mit dem Hafen und der Schiffswerft arrangiert.
Die erste Versuche, einen Kai zu bauen, stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jhdts., aber nur mit der Ausdehnung des Marmorabbaus und des Marmorhandels und mit einem starken Wirtschaftsaufschwung hatte man zwischen 1840 und 1860 das Bedürfnis, einen Hafen zu bauen, so grob und bequem, dass er den Kai und die Schiffsbeladung begünstigen würde.
Man verdankt den Estensi, die ab 1830 ihre Herrschaft von Modena bis Massa Carrara ausweiteten, die ersten Untersuchungen über den Bau einer Anlegestelle in der sogenannte Marina di Avenza. Der Grobherzog Francesco III. beauftragte mit dem Projekt der Realisierung eines modernen Hafens den englischen Ingenieur Ashenden, der den Auftrag nicht zu Ende führte.
Nur 1851 ist dank dem englischen Industriellen William Walton eine grobe Landungsbrücke realisiert worden, die das Anlegen der Schiffe ermöglichte.
Von da an wurde Marina di Avenza Marina di Carrara genannt. Die neue Stadt dehnte sich aus und verstärkte die Seetätigkeit. So entstand eine neue Generation von Seeherren, Hafenarbeitern, Seeleuten und buscaioli. Die Bezeichnung "
buscaiol" kommt von dem spanischen Verb "buscar", das "suchen" bedeutet: man ging gewöhnlich zur "busca", wenn man nicht zur Arbeitergruppe für die Schiffsladung gehörte, aber wenn man zurückgerufen zu werden hoffte.
Auber den typischen Arbeiten im Hafen mub man die grobe Hilfe von Ochsen erwähnen, die benutzt wurden, um die mit Marmorblöcken beladenen Wagen die Landungsbrücken entlang zu schleppen.
Am Anfang des 20. Jhdts. kam man durch die Ausweitung des Marmorabbaus, das Bevölkerungswachstum und durch verschiedene tragische Ereignisse zu dem endgültigen Konzept des Hafens. Dank dem Fleib des Bürgermeisters von Carrara, Edgardo Lami Starnuti, und dank dem Politiker Eugenio Chiesa, dem in einem Denkmal am Eingang des Hafen gedacht wird, begann man 1921 mit den Bauarbeiten der Hafenmolen, die im Jahre 1938 fertiggestellt wurden.
Heutzutage ist die Anlegestelle in Marina di Carrara in der ganzen Welt als Ausgangspunkt des herrlichen Materials, das Marmor heibt, bekannt.
Die Mole bietet auch einen schönen Spaziergang ans Meer neben den Klippen mit dem Blick auf die grobartigen Berge, die, je nach der Uhrzeit und dem Tageslicht, verschiedene Farbtöne haben.
Die Promenade befindet sich auf dem Weg der Wiederherstellung durch die Pflasterung mit weißen und grauen Marmorfliesen.

Carrara
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