Der Dom von S. Andrea,
Schutzheiligen von Carrara

Die Siedlung im Carrione-Tal ist unmittelbar mit der Stadt Luni und mit der römischen Kolonie verbunden, die nach der Entdeckung der Marmorbecken und derer Nutzubarkeit entstand.
Der Dom von Carrara ist dem Apostel Andreas gewidmet und erhebt sich, fast "erstickt", in einer engen Gegend beim Carrione, von alten Gebäuden umgeben.
Die erste sichere Quelle über seine Existenz stammt aus dem Jahre 1099; es sollte ursprunglich eine kleine Kirche der Provinz Luni bei den Bergen auf der Marmorstrasse werden.
Der Bischof von Luni beauftragte für den Bau der Kirche emilianische Baumeister aber 1151 war sie noch unvollendet, und gehörte San Frediano in Lucca.
In kurzer Zeit wuchsen ihre Eigentüme dank Hinterlassenschaften, Schenkungen und Käufe der Kanoniker von San Frediano, die auf diese Weise ihre Macht in der Gegend steigerten.
Inzwischen war Carrara, die immer noch der Stadt Luni gehörte, um ihre Kirche gewachsen.
Im XIII Jahrhundert hatte die Kirche schon beachtliche Dimensionen erreicht, wenn auch nicht die heutigen, und wir haben Nachrichten über die Existenz der Kanonik mit Säulengang, Chor und Apsis berichtet.
1313 entmachtete Kaiser Arrigo VII den Bischof von Luni und Carrara wechselte zu der Herrschaft von Pisa, dann zu den Spinola aus Lucca, den Rossi aus Parma, den Scala aus Verona und, nach einer kurzen Zeit unter den Malaspina aus Spinetta della Verrucola, zu den Visconti. Gerade in den zwei folgenden Jahrhunderten wurde der Bau des Doms unter dem Mailender Gian Galeazzo Visconti beendet. Dies wurde erreicht durch ein Gesetz von 1396, mit dem alle reichen Familien versteuert wurden, um das Werk zu finanzieren. Die Arbeiten wurden erst gegen Mitte des XV Jahrhunderts beendet.
Daß der Bau so lange dauerte, kann man auch am Äußeren der Kirche erkennen: die Fassade hat eine ältere Basis aus breiten Marmorbände in weiß und grau abwechselnd, mit neun Rundbögen, die auf Konsolen in romanisch-pisanischem Stil ruhen, während bei dem Bogen über dem Portal einen emilianischen Einfluß zu sehen ist.
Der obere Teil, der Ende des XIV Jahrhunderts von toscanischen Künstlern beendet wurde, ist gotisch. Dort befindet sich in der Mitte die Rosette, deren 20 glatte und gebogene Wechselradius ganz fein durchbrochene Verflechtungen formen, und die in einem reich gravierten Kassettenrahmen enthaltet ist. Auf den Seiten der Rosette ist die Loggia mit 12 degradierten Bögen und oben ist das Tympanum, das nie beendet worden ist.
Die Seite Richtung Platz enthält einen Bereich mit alternierend weißem und schwarzem Marmor, während der Rest der Seite, sowie der hinteren Teil und die Apsis, mit kleinen weißen Marmorblöcken realisiert sind.
Das Portal und die Kapitelle sind reichlich verziert mit Tierfiguren.
Der 33 Meter hohe Glockenturm wurde 1282 beendet, er ist auf ligurische Art: massiv, in vier Etagen eingeteilt, mit immer größer werdenden Öffnungen und mit pyramidaler Spitze.
Innerlich enthält die Kirche 3 Schiffe, die durch verschieden verzierten Kapitellen getrennt werden. Diese gehörten dem alten Gebäude oder wurden aus der Stadt Luni wiederverwendet.
Die wichtigsten Werke, die dort aufbewahrt werden, sind:
- die "Verkündigung" aus Marmor, auch als Cassanelle bekannt, in lombardischer Art: es besteht aus dem Engel Gabriel, der die Schrift Ave gratia plena in der Hand hält, und der Heiligen Jungfrau, die ihn mit Staunen anschaut. Datum: Ende XIV Jahrhundert.
- das holzerne Kreuz aus der zweiten Hälfte des XIV Jahrhunderts, von Puccinelli aus Lucca.

Holzernes Kreuz

Innen: Blick zur Apsis

Innen: Linkes Schiff mit Kanzel aus dem XVI Jahrhundert

Rosette

Carrara
Karten